Sylt – Umweltverschmutzung und Naturschönheit nah beieinander

© Louisa Balthasar

Wenn nicht gerade Harley-Davidson-Treffen auf Sylt ist, alle MotorradfahrerInnen Narrenfreiheit auf der Insel genießen und durch die Fußgängerzonen brettern dürfen, wenn einen nicht gerade reiche PorschefahrerInnen anpöbeln, weil sie falsch geparkt haben und man sie darauf hingewiesen hat, ja dann kann Sylt auch ganz nett sein.

 

Die Landschaft auf Sylt ist vielfältig und erinnert an vielen Stellen an den Bewuchs an der Mittelmeerküste Spaniens. Die Dünen liegen malerisch in der Landschaft und die Wanderdühne rollte sich Zentimeter für Zentimeter über die Insel. Besonders zu Fuß oder mit dem Rad kann man die ganze Schönheit gut entdecken. Wege zwischen den Dühnen oder auf dem Deich laden zum Radfahren ein. Und die unendlich scheinenden Strände zwingen einen förmlich zu stundenlangen Spaziergängen durch den Sand und am Meer entlang – insbesondere bei gutem Wetter. An dieser Stelle stimmt der Werbeslogan der Insel „Sylt macht sychtig“ durchaus.

Doch auch vor Sylt macht die Umweltverschmutzung nicht Halt: Überall am Strand finden sich kleine und größere Plastikteile, Kronkorken und verschiedener anderer Müll. Eine saubere Landschaft sieht anders aus. Auch die Harley-Davidson-FahrerInnen tragen nicht gerade zur Reinhaltung bei: Sie verschmutzen die Insel erstens mit ihren Abgasen und nehmen zweitens auch absolut keine Rücksicht auf die brütenden Tiere, die durch ihren Lärm gestört werden könnten. Luft- und Lärmverschmutzung also. Trotzdem dürfen sie gewähren, bringen sie der Insel doch stattliche Summen ein. Und das obwohl in der Pressemappe des Jahres der Insel geschrieben steht: „Die Natur ist das größte Kapital der Insel Sylt“. Dass ebendiese durch Abgase etc. gefährdet sein könnte, scheint bei der Genehmigung des Harley-Davidson-Treffens nicht zu interessieren.

 

© Louisa Balthasar

Nun aber zu erfreulicheren Themen: Kulinarisch hat Sylt nämlich ganz schön was zu bieten!

In der Creperie am Meer gibt es die leckersten Crepes der Welt. Und während man leckeren Kaffee trinkt und diese wunderbaren Crepes isst, kann man wunderbar die Sonne im Strandkorb sitzend oder in einem der Liegestühle chillend genießen.

Einer unser Lieblingsspots war außerdem die wunderbare „Konditorei Ingwersen“, wo es wohl die besten Kuchen und Torten der Insel gibt. Bei schönem Wetter kann man sich nach einer schönen Radtour im gemütlichen Café-Garten stärken und sich von der überdurchschnittlich guten Laune der Kellner anstecken lassen – Humor scheint hier ein Einstellungskriterium zu sein, gut so! Bei schlechtem Wetter lädt der modern gestaltete Innenraum zum Verweilen bei Frühstück, Eintöpfen oder eben der Torte ein. Gut gestärkt radelt man am Besten noch weiter gen Osten der Insel zum Morsumer Kliff. Eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands lädt hier zu einem kleinen Spaziergang ein. Der Sand glitzert und ist weich wie sonst nirgends auf der Insel, barfuß gehen lohnt sich!

Die besten Torten gibt es bei Ingwersen. © Laura Balthasar

Wer ein tolles Mitbringsel sucht, dem empfehlen wir einen Besuch der Sylter Schokoladenmanufaktur in Westerland, hier gibt es wirklich eine extrem große Auswahl an unterschiedlichsten Schokoladen, Pralinen und eine eigene Schoko-Creme: Syltella. Wer Glück hat, trifft hier bei einem Stück Kuchen oder einer tollen heißen Schokolade auch mal Wolfgang Joop persönlich, wer allerdings nicht Joop heißt oder einen anderen famosen Namen trägt, wird hier schnell auch mal von den Bedienungen angepampt – also vielleicht doch lieber die heiße Schokolade  To-Go im eigenen Becher und ab an den Strand.

Es könnte durchaus sein, dass wir zu Wiederholungstäterinnen werden und man uns noch das ein oder andere Mal über die Insel radeln sieht oder beim Kuchenessen bei Ingwersen trifft. Wir werden allerdings bei unserer nächsten Reiseplanung das Harley-Treffen berücksichtigen und eventuell einen anderen Zeitraum wählen.

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