Integration durch Partizipation?

© Louisa Balthasar

Auch die Jugend von heimaten e.V. ist beim „Bayerischen Tag der Jugend“ in Brüssel mit dabei gewesen. heimaten e.V., mit Untertitel „Netz für Chancengleichheit“, setzt sich ein für interkulturellen Dialog, Chancengleichheit, Bildung, Jugendarbeit und Austausch ein. Willkommen ist dabei jede*r – ganz egal, welcher Herkunft oder welchen Geschlechts. Dadurch, dass alle mitmachen können, trägt der Verein z. B. zur Integration der Teilnehmenden bei, indem das interkulturelle Miteinander gefördert wird und Menschen mit Migrationshintergrund dadurch ihre Scheu überwinden können, Deutsch zu sprechen.

Die Jugendlichen von heimaten gestalten genau wie die Jugend des THW-Unterfranken einen Workshop. Die Themen sind Partizipation, Europa und die Selbstorganisation junger Geflüchteter. Im ersten Block des Tages wird u. a. über Fördermittel der Europäischen Union diskutiert und darüber, dass Erasmus+ und Horizon die einzigen beiden Programme sind, deren Etat in den nächsten Jahren aufgestockt wird. Außerdem wird darüber gesprochen, ob Europa von den Geflüchteten als Heimat gesehen wird. Methodisch ist der zweite Teil des Workshops besonders interessant gestaltet: Die Teilnehmenden sollen eine Frage diskutieren, aber nicht aus ihrer eigenen Sicht, sondern aus fünf verschiedenen, zufällig zugelosten Perspektiven. Eine Person soll dabei emotional sein, die nächste kritisch, wieder eine andere kreativ und die letzte Person hatte die Rolle des Strukturierers oder der Strukturierin inne, der oder die die Ergebnisse der Diskussion dokumentieren sollte. Die Meinungen gehen in der anschließenden Diskussion auseinander (auch als alle längst wieder ihre eigene Meinung vertreten), Konsens besteht aber darin, dass man positive Energie braucht, genauso wie Fakten, um zu zeigen, dass die Welt besser wird und nicht schlechter.

Doch wie empfinden die Vereinsmitglieder Europa? Sie haben ein sehr positives Bild von der Union. Auch wenn nicht alle von ihnen bereits ein Teil davon sind und sie nicht wissen, ob sie jemals ein Teil davon werden können, setzen sie trotzdem alles daran, dass sich hier etwas verändert, indem sie sich gesellschaftlich engagieren. Marianne sagt: „Ziel ist und muss auch sein, dass eine gemeinsame Zukunft gestaltet wird. Die Bedeutung von wie auch immer gearteter Jugendarbeit ist imens.“ Mit nach Brüssel gebracht haben die Jugendlichen außerdem ein Konzept: Sie wollen, dass nicht mehr von „Geflüchteten“, sondern von „neuen Bürgerinnen und Bürgern“ gesprochen wird. Diese Forderung werden sie auch am Abend bei der Diskussionsrunde stellen und im persönlichen Gespräch mit Maria Noichl (MdEP) im Anschluss noch weiter verbreiten können.

Am Ende des Workshops auf dem „Bayerischen Tag der Jugend“ steht – mit einem Augenzwinkern – das Fazit, dass Liebe die Lösung ist.

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