Wasser für alle? Die THW-Jugend diskutiert in Brüssel

Das Wasser sprudelt im Innenhof, während die pralle Sonne vom Himmel scheint. © Louisa Balthasar

Fast muss man an die Organisation Viva Con Agua denken, wenn man die Themen dieses Workshops auf dem „Bayerischen Tag der Jugend“ liest: „Privatisierung von Wasser“ und „Hochwasser – ein europäisches Problem?“. In der ersten Phase soll eine Stellungnahme erarbeitet werden, die in der zweiten Phase am Nachmittag Experten präsentiert werden soll.

Was sind die Erwartungen an den Tag?
Peter Bauer, stellvertretender Bezirksjugendleiter Unterfranken, ist am Thema interessiert, weil er bereits an der Oder und der Donau im Hochwassereinsatz war. Christoph Kuhn, Bezirksjugendleiter Unterfranken, war in Passau in die Hochwasserbekämpfung eingebunden und ist gespannt darauf, wie andere europäische Staaten Probleme auf diesem Gebiet, aber auch im Umgang mit Waldbränden angehen. Svenja ist seit vier Jahren im THW aktiv und möchte einfach mehr über die Themen lernen.

Zuerst wird über das Thema „Privatisierung von Wasser“ gesprochen. Der Leiter des Workshops hat Leitungswasser in Karaffen auf den Tisch gestellt und Wasser, still und sprudelnd, in Flaschen – und alle haben sich das Wasser aus den Glasflaschen eingeschenkt und nicht das aus der Leitung. Man ist geprägt von der weithin verbreiteten Meinung, dass Wasser aus Flaschen besser sei als solches aus der Leitung – das ist wohl die erste Erkenntnis des Workshops. Es ist spannend zu beobachten, dass sich das Verhalten der Teilnehmenden schnell ändert und die ersten anfangen, sich an das Wasser aus den Karaffen zu trauen.

© Louisa Balthasar

Und schon beginnt das Brainstorming: „Große Konzerne“ wird als Stichwort in den Raum geworfen. Wasserquellen werden ausgeschlachtet, kleine Getränkehersteller aufgekauft und Ressourcen, die eigentlich schon immer da waren, nun von einigen wenigen genutzt. Daran anschließend wird „Sicherstellung der Grundversorgung“ in den Raum geworfen. Dieser Punkt ist besonders wichtig für die Arbeit des THW: In Katastrophenfällen versucht das THW im Ausland oft, das Recht auf sauberes Trinkwasser aufrecht zu erhalten oder wieder herzustellen. Danach geht die Ideensammlung nahtlos weiter zum Thema „Korruption“. Auch die Stichworte „Regulierungen“ und „Kontrollinstanz“ fallen.

Am Ende des ersten Workshop-Blocks stehen fünf Schlüsselpunkte bzw. -fragen fest, drei zum Thema „Privatisierung“ und zwei zum Thema „Flutprävention“. Zum Thema „Privatisierung“ sind es diese drei: Wasser ist kostbar! Wasser ist ein Menschenrecht! Ist eine Privatisierung unter strengen Richtlinien möglich? Zum Thema „Flutprävention“ sind es diese: Die Jugend kann und will helfen. Ein internationaler Austausch zwischen den Jugendlichen ist auf diesem Gebiet notwendig.

Edit Konya von der Europäischen Kommission gibt zu Beginn des zweiten Workshop-Blocks einen Input zum Thema „Agriculture and forestry – Environment, climate change and water“. Sie spricht u. a. darüber, wie die Themen Klimawandel und Wasserknappheit in die Richtlinien der Europäischen Union integriert werden. Ein Problem mit Regen ist, dass in industrialisierten Gebieten, in denen der Boden größtenteils versiegelt ist, kaum mehr Wasser in den Boden aufgenommen werden kann. Wasser rückt allerdings auf der weltweiten politischen Agenda immer weiter nach oben: Ein nachhaltiger Umgang mit den Wasser-Ressourcen muss für zukünftige Generationen gewährleistet werden.

© Louisa Balthasar

Passend zum Motto des Workshops hat die THW-Jugend im Hof der Bayerischen Vertretung in Brüssel direkt neben dem hauseigenen Maibaum einen kleinen Springbrunnen aufgebaut.

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