Please DON’T fly me to the moon

Fliegen wird immer als der absolute Klimakiller bezeichnet. Und das ist auch richtig. Denn laut Umweltbundesamt wird bei der Verbrennung des Flugzeugtreibstoffes Kerosin nicht nur CO2 frei, sondern es entstehen auch andere Substanzen, wie Stickoxide, Aerosole und Wasserdampf, die auch zur Erderwärmung beitragen. Dadurch wird die Treibhauswirkung bis zu fünf mal schlimmer, als sie es nur bei der alleinigen Wirkung von CO2 wäre.
Außerdem gibt das Umweltbundesamt ein Beispiel: Wer von Deutschland auf die Malediven fliegt (Distanz von 2 x 8.000km) verursacht alleine über fünf Tonnen CO2. Die gleiche Menge wird beim Fahren eines Mittelklassewagens erst nach 30.000 Kilometern erreicht. Grob gesagt, ist Fliegen also doppelt so schädlich wie Autofahren.
Anders aber (und noch schlimmer!) ist es, wenn man einen SUV fährt: Denn hier können laut den Berechnungen der Website eingutertag.org pro 10 gefahrenen Kilometern gut und gerne mal 3604 Gramm CO2 entstehen, wohingegen beim Fliegen von 10 Kilometern „nur“ 2516 Gramm CO2 entstehen.

Insgesamt müssen wir unser Verhalten im Bezug auf das Fliegen überdenken. Oft geht es nicht einmal so viel schneller als beispielsweise mit der Bahn. Denn wenn man die oft längere Anfahrtszeit, den Sicherheitscheck, den Check-In, etc. mit einrechnet, kommt hier auch eine recht lange Zeit zusammen. So ist man vielleicht von München aus mit dem Zug fast schneller in Berlin als mit dem Flugzeug. Ich glaube, wir müssen wieder anfangen, das Zugfahren zu schätzen, als entschleunigte Fortbewegungsart, als die Möglichkeit, die Zeit im Zug sinnvoll zu nutzen, vielleicht noch etwas für die Arbeit oder die Uni zu erledigen und es zu schätzen, dass man auch mal aufstehen kann, ein wenig herumlaufen, um sich einfach mal die Beine zu vertreten.

Aber was kann man tun, wenn man nun eben doch mal wohin fliegt, weil man einfach zu gerne mal nach Kanada in den Urlaub möchte? Dann kann man auf verschiedenen Websites sein ausgestoßenes CO2 kompensieren, also ausgleichen. Das heißt man zahlt pro geflogenem Kilometer und verbrauchtem Kohlenstoffdioxidwert, einen bestimmten Beitrag, der dann wiederum von den Organisationen für umweltschützende Projekte verwendet wird. Ein Beispiel: atmosfair. Hier könnt ihr eure Flüge oder Kreuzfahrten kompensieren. Auch hier ein Beispiel: Durch einen Flug von München nach London mit einer deutschen Airline entstehen in etwa 455 kg CO2 und der Kompensationsbetrag würde hier 11 Euro betragen. Ihr könnt diesen Betrag aber auch noch nach unten korrigieren und somit nur 80% oder 50% eures Verbrauchs kompensieren.

Ein schönes Beispiel dafür, wie das Fliegen zu einem negativen Social Media-Trend werden kann, kommt aktuell aus Schweden: Der Flygskam-Trend. Übersetzt bedeutet das kurz so viel wie die Scham zu fliegen. #flygskam trendet gerade und immer mehr Leute steigen ein und fangen an, ihre Fotos von Bahnfahrten und umweltfreundlichem Reisen in den sozialen Medien zu teilen. Vielleicht steigt ihr ja auch bald ein und seid die Nächsten, die ihre Fotos teilen?

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