Der Weg von „Jeu de Paume“ zu Tennis

Aktuell läuft in Melbourne wieder eines der bekanntesten Sport-Turniere der Welt. Die „Australian Open“ finden dieses Jahr vom 18. Januar bis 01. Februar 2026 statt und in diesem Zeitraum schlagen die Tennisprofis, wie beispielsweise der deutsche Alexander Zverev, wieder mit bis zu über 200 km/h auf.

Aber wie kam es überhaupt zu diesem Sport, der mittlerweile weltweit ein Milliardenpublikum genießt und selbst von mehr als 100 Millionen Vereinsmitgliedern auf der ganzen Welt ausgeübt wird?

Tennis hat seinen Ursprung im 12. Jahrhundert in Frankreich. Mönche spielten zum Zeitvertreib in Innenhöfen der Klöster das Spiel namens „Jeu de Paume“, was übersetzt so viel bedeutet wie „Palmenspiel“. Was genau die Palme mit Tennis zu tun hat, ist leider unklar. Bei dem Spiel ging es allerdings darum, einen Ball mit der bloßen Hand hin und her zu schlagen. Beim Aufschlag wurde „tenez!“ gerufen, was ebenfalls Französisch und eine Aufforderung ist. Übersetzt bedeutet es „halte!“. Es war also eine Aufforderung, den Ball des Gegners anzunehmen und zurückzuspielen. Von genau diesem Wort „tenez!“ kommt der Name für das uns allen bekannte Spiel „Tennis“.  

Im Laufe der Jahre kamen zu dem Spiel mit der bloßen Hand Schläger aus massivem Holz und Bälle aus Leder, welche mit Haaren oder Stoffen gefüllt waren, hinzu. Der neue Sport stieß auf viel Begeisterung an den französischen und nun auch englischen Adelshöfen und wurde dort mit Freude gespielt.

Vor allem während der Renaissance wurde Tennis in den europäischen Adelshöfen populär. Tennis war ein Zeichen für Wohlstand.

Während der Regierungszeit von Heinrich VII. und Heinrich VIII. im 16. Jahrhundert stieg die Begeisterung für den Sport auch in England rasant an.

Im 18. Jahrhundert wurde Tennis zu einem Sport der breiten Masse. Die Schläger und Bälle wurden verbessert, die Materialien praktischer und erneuert, die ersten Netze wurden eingeführt und Plätze wurden geschaffen (wenn auch noch asymmetrisch), um den Sport nach draußen zu legen, welcher vorher vor allem in Höfen oder gar in Räumen ausgeführt wurde.

Die ersten Tennisclubs wurden gegründet. Die Gründung des wohl bekanntesten und auch heute noch einer der bedeutendsten Tennisclubs mit dem damaligen und noch heutigen Namen „All England Lawn Tennis and Croquet Club“ (AELTC) fand im Jahr 1868 in England/London statt. Der eigentliche „Krocket Club“ baute auf Grund der hohen Nachfrage und Beliebtheit die ersten klassischen Tennisplätze für das „Rasentennis“ – mit dem heute noch einzigartigen und berühmten Rasen.

In genau diesem Club fand im Juli 1877 das erste Tennisturnier der Welt statt, das bis heute den Namen „Wimbledon“ trägt. Damals gab es nur die Kategorie „Gentleman’s Singles“. Der Engländer Spencer William Gore wurde damals vor ca. 200 Zuschauern der erste Gewinner der Wimbledon Championships.

Zuvor veröffentlichte Major Walter Clopton Winfield 1873 das erste Regelbuch für Tennis.

Auf Wimbledon in London folgten 1881 die US Open in Rhode Island, zehn Jahre später die French Open in Paris und 1905 schließlich auch die Australian Open in Melbourne. Diese vier Anfänge des Wettkampfsports wurden über die letzten Jahre zu den bedeutendsten Grand-Slam Turnieren der Welt und sind maßgeblich für den Sport.

1887 nahmen das erste Mal auch Damen an einem Turnier in Philadelphia (USA) teil.

Alle Turniere haben sich, wie auch der ganze Sport, über die letzten Jahrhunderte weiterentwickelt. Sowohl bei den US Open, als auch bei den Australian Open wird mittlerweile auf Hartplatzbelag und bei den French Open auf Sandplatz gespielt.

Aber eine Sache ist exklusiv gleich geblieben… Auch bei dem anstehenden Wimbledon Turnier, welches dieses Jahr vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 zum 139. Mal in London stattfinden wird, wird noch immer auf Rasenplätzen gespielt, was mittlerweile eigentlich untypisch ist.  Auch die Kleidung der Spieler ist und bleibt „all white“. Wimbledon bleibt seinen Wurzeln und Traditionen also auf jeden Fall treu.

Es ist schon beachtlich, dass aus einem Zeitvertreib von französischen Mönchen im 12. Jahrhundert ein Sport wurde, der aus dieser Welt nicht mehr wegzudenken ist.

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