Was studierst du so? #Kulturwissenschaften

Ich studiere mittlerweile im 4. Semester Kulturwissenschaften in Lüneburg und würde zusammenfassend sagen, dass ich sehr zufrieden mit dieser Entscheidung bin. Natürlich hat auch diese Uni ihre speziellen Eigenheiten hier und da, doch nichts was mein Bild von ihr sonderlich trüben würde.

Der Studiengang Kulturwissenschaften wird bundesweit unterschiedlich interpretiert. Sucht man im Internet nach Kulturwissenschaft(en), wird man feststellen, dass die Inhalte der Studiengänge von Uni zu Uni kaum vergleichbar sind. Kulturwissenschaften sind also nicht gleich Kulturwissenschaften. Deswegen kann ich hier nur von meinen Erfahrungen an der Leuphana erzählen. Warum vor allem der Studiengang an dieser Uni die richtige Entscheidung für mich war, will ich folgend zum Ausdruck bringen.

Mein Studiengang gehört zunächst wahrlich zu den berüchtigten Studiengängen, bei denen dich jeder erst mal fragt: Und was machst du damit? Als ich mir vor ein paar Jahren überlegt habe, Kulturwissenschaften zu studieren, wollte ich eigentlich in den Journalismus. Nun studiere ich Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Stadt- und Kulturraumforschung und will gerne in die Stadtplanung gehen. Ja, so drehen und wenden sich die Dinge. Und genau das ist das Schöne an diesem Studiengang. Du hast die Möglichkeit, dich dank vieler Vertiefungsfächer auszuprobieren und genau das Richtige für dich zu finden. Neben Stadt- und Kulturraumforschung gibt es noch Kurse zu Kulturorganisation und -kommunikation, literarischen Kulturen, Musik und auditiver Kultur u. v. m. Der Kernbereich besteht zunächst aus Vorlesungsreihen zu Paradigmen und Kulturgeschichte – das wird dann sehr schnell sehr philosophisch und auch soziologisch. Um dort einigermaßen durchzusteigen muss man schon ganz gerne viele Texte lesen, was nicht unbedingt zu meiner Lieblingsbeschäftigung gehörte, aber bestanden habe ich die Prüfungen dennoch irgendwie! Ich persönlich empfinde mein Vertiefungsfach als weniger textlastig als die Anderen. Hier ist besonders der Vorlesungscharakter ausgeprägt. Stadt- und Kulturraumforschung ist in sich auch schon sehr vielfältig: es finden sich Veranstaltungen zu Stadtgeografie, Wirtschaftsgeografie, Klimatologie, Stadtplanung, Architektur und einiges mehr.

Hinzu kommt das doch sehr spezielle Studiumsformat der Uni. Was die Leuphana auszeichnet ist zum einen ihr Leuphana Semester, in dem alle Erstsemester zusammen studieren. Dort geht es dann vorrangig um die Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten als solches. Man bekommt die Gelegenheit schon in seinem Interessensschwerpunkt Kurse zu belegen, hat jedoch passend zu einem Jahrgangsthema gemeinsam Vorlesungen. Ich persönlich bin sehr begeistert von diesem Format, habe aber auch viele Gegenstimmen gehört. Dieses Semester klaut dir natürlich ein paar CPs, die du womöglich für einen Master brauchst und viele erkennen für sich keinen Mehrwert in diesem Semester. Ich persönlich finde, es führte mich tatsächlich etwas näher und vielleicht auch spielerisch an das wissenschaftliche Arbeiten. Dazu gehören dann verschiedene Methoden wie Interviews oder Umfragen, aber auch, wie man eine Hausarbeit schreibt. Zudem hatte ich da die Möglichkeit, auch außerhalb meines Interessensschwerpunkt Kurse zu belegen wie Wirtschaftspsychologie.

Was mich zum nächsten Punkt führt. Dem Komplementärstudium. Das ist ein weiterer Sonderling in unserem Studiumsformat. Denn diese Möglichkeit, außerhalb des Interessensschwerpunkts Kurse zu belegen, bleibt dir das ganze Studium lang erhalten. Innerhalb des Komplementärstudiums wählt man jedes Jahr eine Veranstaltung, die vor allem deinen Horizont erweitern soll. So hatte ich bisher die Gelegenheit, mehr über asiatische Architektur zu lernen, eine Konferenz zu organisieren und momentan lerne ich etwas zu künstlerischer Empathie. Ich empfinde es als sehr angenehm, mal über den Tellerrand schauen zu können und nicht in den immer selben Themen zu versinken.

All das trägt dazu bei, dass ich mich sehr wohl in meinem Studiengang und an der Uni fühle. Ich habe die Möglichkeiten, mich frei zu entfalten, mich einzubringen, meinen ganz eigenen Interessen zu folgen und werde dabei von meinen Dozenten aktiv unterstützt.

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