Krimidinner in der Festung Marienberg

Habt ihr schon einmal vom „Krimidinner“ oder dem Veranstalter „World of Dinner“ gehört? Nein? Dann sollten ihr diesen Erfahrungsbericht unbedingt lesen: World of Dinner ist ein Veranstalter, der verschiedenste Unterhaltungsshows gepaart mit Mehrgangmenüs, meist in attraktiven Ambienten anbietet. Die Genres der jeweiligen Dinner reichen vom Original Krimidinner bis hin zu Musik Tributes wie beispielsweise der Elvis Show.

Die von mir besuchte Krimi Veranstaltung „Der Teufel der Rennbahn“ auf der Festung Marienberg in Würzburg war restlos ausverkauft. Insgesamt 120 Personen nahmen im stilechten Fürstensaal Platz. Begrüßt wurde ich vom Butler des Ensembles mit einer Broschüre, deren Inhalt eine kleine Einführung in die Szenerie war. Beigelegt war zudem ein Tippschein, welcher im späteren Verlauf des Abends noch für Erheiterung sorgen sollte. Zu Beginn bekam jeder Teilnehmer einen Platz zugewiesen und einen Aperitif zur Einstimmung auf den Abend serviert. Dieser startete auch pünktlich 30 Minuten nach Einlass. Leider war die Veranstaltung schlecht ausgeschildert, was dazu führte, dass einige Personen verspätet in der Location ankamen. Gefüllt war der Saal jedoch mit vielen Menschen, die dem Aufruf nachkamen, Outfits der 60er Jahre zu tragen. In dieser Zeit spielte nämlich der Krimi, welcher in echter Edgar Wallace-Manier vorgetragen wurde.

Die junge Cora Tilling besucht ihren wohlhabenden Erbonkel Lord Mant auf dem legendären Pferderennkurs „Royal Ascot“ in der Nähe Londons. Hierbei stellt sich heraus, dass ihr Onkel und dessen Jockey den Buchmachern sehr nahestehen und so geschieht auch bald der erste Mord. Der Butler, Cora, Lord Mant und weitere Figuren rätseln nun bis zum Ende des Dinners, wer wohl der Mörder gewesen sein könnte.

Das Dinner war gut strukturiert aufgebaut und hing im engen Zusammenhang mit dem Plot des Krimis. Die Schauspieler schafften es, das Publikum in die Story einzubauen, indem Sie regelmäßig Figuren aus dem Stück mit Personen aus dem Publikum besetzten. So wurde beispielsweise ein Zuschauer zum diagnosestellenden Arzt degradiert und Damen aus dem Publikum als Hutmodel benutzt. Hinzu kamen die eingangs erwähnten Wettscheine, auf denen jeder Zuschauer Tipps für Pferderennen abgab, welche nach jedem servierten Gang live mitverfolgt werden konnten. Dies sorgte für gute Unterhaltung und lockerte die Stimmung im Publikum. Durch die stetig wiederholten Abläufe der Menügänge, Tippscheine und Schauspieleinlagen, konnte der Zuschauer schnell die Struktur des Abends erkennen.
Das Vier-Gänge-Menü wurde, jeweils an die Handlung angepasst, in den kurzen Pausen vor den Wettabgaben serviert. Die Vorspeise bestand aus einem gut abgeschmeckten Feldsalat mit Kartoffeldressing, Speck und Krusteln. Danach folgte eine Kartoffel-Pilz-Suppe, der leider jegliche Gewürze fehlten und die daher nicht überzeugen konnte. Im Gegensatz zur hervorragenden Hauptspeise, bestehend aus einer gebratenen Perlhuhnbrust mit Feigen, Schalotten und Gnocchi. Der Nachtisch sollte zwar geheim gehalten werden, es lässt sich jedoch sagen, dass er allen Anforderungen eines kalorienhaltigen Desserts nachkam.

Negativ ist zu berichten, dass trotz der hohen Kartenpreise (79€) die Getränke zu den Speisen nicht inklusive waren. Hier wäre sicher ein Glas Wasser pro Gang nicht zu viel verlangt gewesen. Auch mit der Länge der Veranstaltung und der späten Uhrzeit (19:00-23:00) hatten einige Zuschauer sichtlich zu kämpfen. Eine frühere Ansetzung der Spielzeit würde dem sicher entgegenwirken. So waren am Ende doch einige Teilnehmer erleichtert, als endlich das Dessert serviert wurde. Positiv ist noch zu erwähnen, dass am Schluss der schönste Hut bewertet wurde und jeder Zuschauer raten durfte, wer denn der Mörder gewesen sei. So viel sei verraten, ich hatte es nicht geahnt. Alles in Allem ist das Krimidinner eine unterhaltsame und genussreiche, wenn auch etwas teure, Veranstaltung für Jung und Alt, die sich z. B. gut als Weihnachtsgeschenk eignet.

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